Niederspannungshauptverteilungen

Die Niederspannungshauptverteilung wird als zentraler Punkt zur Energieversorgung eines Gebäudes oder Projektes eingesetzt. Sie bezieht ihre Spannung über einen vorgeschalteten Transformator direkt aus dem öffentlichen Netz und ist in der Energieflussrichtung die erste Verteilung hinter dem Hausanschluss.

Die Niederspannungshauptverteilung (NSHV) dient der Versorgung der nachgeschalteten Unterverteilungen, die je nach Projektgröße mehrere Geschosse oder Bauteile in gewerblich genutzten Gebäuden oder der Industrie versorgen. Die NSHV wird nach DIN EN 60439-1 (DIN VDE 0660-500), den anerkannten Regeln der Technik nach den Technischen Anschlussbedingungen sowie DIN VDE 0100-729 geplant.

Eine NSHV ist eine Niederspannungs-Schaltgerätekombination nach DIN EN 61439-1 (VDE 0660-600-1) und stellt die Zusammenfassung eines oder mehrerer Niederspannungsschaltgeräte mit zugehörigen Betriebsmitteln zum Steuern, Messen, Melden, Schützen und Regeln, mit allen inneren elektrischen und mechanischen Verbindungen und Konstruktionsteilen dar.
Die bisher gültigen Begriffe „typgeprüfte Schaltgerätekombination (TSK)“ und „partiell typgeprüfte Schaltgerätekombination (PTSK)“ wurden durch die Bezeichnung „bauartgeprüfte Schaltgerätekombination“ ersetzt.

Folgende Kriterien kommen bei der Planung einer NSHV weiterhin zur Anwendung.
– Aufstellungsort der NSHV sowie Arbeits- und Bedienbereich (bemaßtes Raumkonzept liegt vor)
– Aufbau entsprechend TAB 2007 „NSHV“ in einzelne Felder mit Trennwänden
– Zentraler Leistungsschalter (Typ, Überstromauslöser)
– Kurzschlussfestigkeit entsprechend den Gegebenheiten in der Netztrafostation
– Schutzart
– Netzform
– Strombelastbarkeit der Schienen- und Leitungsverbindungen
– Schließung der NSHV
– Beschriftung der Felder
– Leitungseinführungen (von oben / von unten; Biegeradius beachten)
– doppelte Zugentlastung bei VPE-Leitungen
– Einbau von Überspannungs-Schutzeinrichtungen
– Bauartnachweis des Herstellers
– Übersichtsschaltplan
– Spannungsfallberechnung
– Selektivität der Kundenanlage zum Verteilungsnetz des VNB